Was ist ein Moor?

Moore entwickeln sich bei dauerhaftem Wasserüberschuss, der entweder durch hohe Niederschläge oder austretendes Grund- oder Sickerwasser zustande kommt. Dieser Wasserüberschuss führt zu sauerstoffarmen Bedingungen, sodass abgestorbenes Pflanzenmaterial nur unvollständig von Mikroorganismen zersetzt wird und sich als Torf ablagert. Damit wird der in den Pflanzen gebundene Kohlenstoff dauerhaft der Atmosphäre entzogen. Aus diesem Zusammenspiel von Wasser, Moorpflanzen & Torf entstehen einzigartige, faszinierende Ökosysteme, über die du dich hier weiter informieren kannst.

Entwässerung und Folgen

Schon im Mittelalter haben die Menschen – auf der Suche nach landwirtschaftlich nutzbaren Flächen – damit begonnen, Gräben anzulegen, um die Moore zu entwässern. Mit der Senkung des Wasserstandes gelangt plötzlich Sauerstoff in den Torf und Mikroorganismen finden nun ausgezeichnete Bedingungen für die Zersetzung des abgestorbenen Pflanzenmaterials. Dabei wird der teilweise seit Jahrtausenden gespeicherte Kohlenstoff in die Atmosphäre entlassen, wo er sich als klimawirksames Kohlenstoffdioxid anreichert.

Torf entsteht sehr langsam. Für einen Meter Torfwachstum braucht ein Moor ca. 1000 Jahre. Wenn der Torf nach der Entwässerung zersetzt wird, verschwindet dagegen ungefähr ein Zentimeter pro Jahr.

Meck-Pomm

Mit ca. 12,5 % der Landesfläche hat Mecklenburg-Vorpommern besonders viele Moore, von denen allerdings 97 % insbesondere seit den 1960/70er Jahren Opfer der Entwässerung wurden. Erste Bemühungen zur Wiedervernässung gab es nach der Jahrtausendwende, jedoch werden die Gesamt‐Emissionen aus Mooren in Mecklenburg‐Vorpommern noch immer auf ungefähr sechs Millionen Tonnen CO2‐Äquivalent pro Jahr geschätzt. Sie machen damit ein Drittel der gesamten Emissionen des Bundeslandes aus. Kompakte Informationen zum Thema Emissionen und Wiedervernässung in Mecklenburg-Vorpommern sind hier zu finden.

Wer an detaillierten und umfassenden Lösungsansätzen interessiert ist, kann sich hier belesen.