Um die Klimakatastrophe zu verhindern, muss sich unser Umgang mit Mooren grundlegend wandeln. Es braucht ein Umdenken in der Gesellschaft, bei Landnutzer*innen, Verbraucher*innen und politischen Entscheidungsträger*innen. Vor dem Hintergrund des 1,5°C-Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens müssen die Emissionen aus entwässerten Mooren unbedingt gestoppt werden. Daher müssen schnellstmöglich Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt werden. Die hierfür notwendigen Schritte muss die Politik jetzt einleiten.

Viele entwässerte Moorflächen befinden sich im Eigentum der öffentlichen Hand. Den öffentlichen Landeigentümer*innen kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu, denn sie verwalten unsere gemeinsamen Ressourcen. Das Land M-V, die Kommunen, Kirchen und Universitäten sollten mit einer umweltverträglichen und zukunftsweisenden Nutzung der Moorflächen beispielhaft vorangehen.

Die Stadt Greifswald hat hier besonderes Potential, um wirksame Veränderungen herbeizuführen und Vorreiterin der klimaverträglichen Moornutzung zu werden: eine Vielzahl stadteigener Flächen, eine solide Datengrundlage, sowie das Know-How zahlreicher Moorexpert*innen aus diversen Institutionen. Greifswald kann zur Hauptstadt des Moorschutzes in M-V werden, wenn die Wiedervernässung der Moore jetzt eingeleitet wird.

Wir als MoorBündnis fordern:

  • eine Moornutzung, die im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens steht.
  • die schnellstmögliche Wiedervernässung aller entwässerten Moorflächen der öffentlichen Hand bis spätestens zum Jahr 2030, insbesondere der Flächen im Eigentum der Stadt Greifswald, der Universität, der Kirchen und des Landes M-V – das bedeutet allein für das Stadtgebiet eine Wiedervernässung von mindestens 37 ha pro Jahr.
  • verbindliche Regelungen zum Moormanagement mit konkreten, zeitlich und räumlich definierten Wiedervernässungs- und Emissionsreduktionszielen unter Verwendung von Best-Practice Vorgaben.
  • die Berücksichtigung des Moorschutzes und zukünftiger Wiedervernässungen bei allen inner- und außerstädtischen Planungen.
  • die Entwicklung einer positiven „Moor-Kultur“ durch Maßnahmen zur Bewusstseins- und Umweltbildung.
  • die Unterstützung der Entwicklung von Nutzungsoptionen für nasse Moore (Paludikulturen).
  • die Förderung lokaler Wertschöpfungsketten für Biomasse aus bewirtschafteten nassen Mooren und Produkte aus Paludikultur.
  • den Dialog mit Landwirt*innen und Weiterbildung zu Moorklimawirt*innen zu initiieren und auszubauen.