Positionspapier

Positionspapier – Greifswalder Moorbündnis:

Intakte, nasse Moore sind einzigartige Ökosysteme: Sie sind natürlicher Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig einer der größten natürlichen Kohlenstoffspeicher der Erde. Ein Großteil der Moore in Deutschland wurde in der Vergangenheit, und wird leider auch heute noch, zerstört. Werden Moore für die Nutzung entwässert, verursachen sie enorme Mengen an Treibhausgasemissionen. Allein in Deutschland sind entwässerte Moore für 36% aller landwirtschaftlichen Emissionen verantwortlich. In Mecklenburg-Vorpommern machen die Emissionen aus degradierten Moorgebieten sogar ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen aus.

Um die Klimakrise zu verhindern, muss sich auch der Umgang mit Moorflächen grundlegend wandeln. Hier braucht es ein Umdenken in der Gesellschaft, bei Landnutzer*innen, Verbraucher*innen und politischen Entscheidungsträger*innen. Vor dem Hintergrund des 1,5°C-Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens müssen die Emissionen aus entwässerten Mooren unbedingt gestoppt werden. Daher sollten schnellstmöglich Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt werden. Die hierfür notwendigen Schritte muss die Politik jetzt einleiten.

Viele entwässerte Moorflächen befinden sich zudem im Eigentum der öffentlichen Hand. Den öffentlichen Landeigentümer*innen kommt eine besondere Verantwortung zu, denn sie verwalten unsere gemeinsamen Ressourcen. Das Land M-V, die Kommunen, Kirchen und Universitäten sollten mit einer umweltverträglichen und zukunftsweisenden Nutzung der Moorflächen beispielhaft vorangehen. Die Stadt Greifswald hat hier besonderes Potential, um wirksame Veränderungen herbeizuführen und Vorreiterin der klimaschonenden Moornutzung zu werden: eine Vielzahl stadteigener Flächen, eine solide Datengrundlage, sowie das Know-How zahlreicher Moorexpert*innen aus diversen Institutionen.

Greifswald hat die Chance, zum Leuchtturm für klimagerechte und zukunftsweisende Flächenbewirtschaftung und zur Hauptstadt des Moorschutzes in M-V zu werden.

Das Moor-Bündnis fordert:

  • Eine Moornutzung, die im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens steht
  • Die schnellstmögliche Wiedervernässung aller entwässerten Moorflächen der öffentlichen Hand bis spätestens zum Jahr 2030, insbesondere der Flächen im Eigentum der Stadt Greifswald, der Universität, der Kirchen und des Landes M-V – das bedeutet allein für das Stadtgebiet eine Wiedervernässung von mindestens 37 ha pro Jahr
  • Verbindliche Regelungen zum Moormanagement mit konkreten, zeitlich und räumlich definierten Wiedervernässungs- und Emissionsreduktionszielen unter Verwendung von Best-Practice Vorgaben
  • Berücksichtigung des Moorschutzes und zukünftiger Wiedervernässungen bei allen inner- und außerstädtischen Planungen
  • Entwicklung einer positiven „Moor-Kultur“ durch Maßnahmen zur Bewusstseins-  und Umweltbildung
  • Unterstützung der Entwicklung von Nutzungsoptionen für nasse Moore (Paludikulturen)
  • Förderung von lokalen Wertschöpfungsketten für Biomasse aus bewirtschafteten nassen Mooren und Produkten aus Paludikultur
  • Dialog mit Landwirt*innen und Weiterbildung zu Moorklimawirt*innen initiieren und ausbauen

Kontakt: moorbuendnis@posteo.de

Weitere Informationen: www.moor-bündnis.de

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